Man unterscheidet grundsätzlich zwischen Endo- (Innere) und Ektoparasiten (Äußere). Zu den Endoparasiten zählen Würmer jeglicher Art sowie Kokzidien und Histomonaden, zu den Ektoparasiten Milben, Federlinge, Flöhe und Zecken.

Bitte lassen Sie sich im Zweifelsfall immer tierärztlich beraten!

Wurmbefall

Ursachen: 

Hühner die artgerechten Auslauf haben, haben auch immer mit Würmern zu tun. Regenwürmer, Schnecken - all das wird gerne verspeist. Leider sind diese Leckerbissen Zwischenwirte in der Wurmentwicklung. So gelangen die Wurmeier in das Huhn. Und von dort aus über den Kot in den Auslauf und wieder in das Huhn. So geht es dann munter weiter. Es gibt unter  anderem Luftröhrenwürmer, Bandwürmer und die Fadenwürmer. Man wird Hühner nie gänzlich wurmfrei bekommen (wie alle Tiere), sie sollten aber auf ein nicht gesundheitsgefährdendes Maß zurückgedrängt werden. Ihren Hund und Ihre Katze entwurmen Sie schließlich regelmäßig, diese Pflege sollten Sie auch Ihren Hühnern zukommen lassen. 

Symptome:

Verschiedene Würmer verursachen verschiedene Symptome. So kommt es bei allen sich im Darm ansiedelnden Würmern z.B. zu Gewichtsverlust, Rückgang der Legeleistung, schlechter Allgemeinzustand, Würmer im Kot (sehr weit fortgeschrittener Befall!), Durchfall. Im schlimmsten Fall stirbt das Huhn. Bei Luftföhrenwürmern noch zusätzlich zu Atemnot oder rasselndem Atemgeräusch.

Behandlung:

In regelmäßigen Abständen (2-3 x im Jahr) entwurmen, damit erst gar keine Symptome aufkommen. Hierfür gibt es beim Tierarzt das für Legehennen zugelassene Medikament (keine Wartezeit auf Eier, 2 Tage auf Fleisch): Flimabend.

Kostenpunkt: ca. 10 Euro/Jahr. 

Vorbeugung:

Hygienische Stallanlage durch regelmäßige Desinfektion, Wechselausläufe, angepasste Besatz-dichte. 

Hinweis:

Im Internet werden viele Kräuterpulver und Tränkenzusätze freiverkäuflich angeboten, welche mit dem Satz  "natürliche Wurmbekämpfung" werben.  Kräuter mögen das Wohlbefinden stärken, ersetzen aber keine Entwurmung durch verschreibungspflichtige Arzneimittel. Als Ergänzung/Nachbehandlung sind diese Mittel evtl. hilfreich. Hierbei handelt es sich um meine persönliche Meinung und Erfahrung aus den letzten Jahren.

Man kann zudem eine mehrtägige Sammelkotprobe beim Tierarzt untersuchen lassen, um einen etwaigen Wurmbefall festzustellen. 

Rote Vogelmilbe

Ursachen: 

Die Rote Vogelmilbe ist unter Geflügelhaltern gefürchtet. Man erkennt sie nicht sofort und wenn man sie einmal hat, ist es mühselig, sie wieder loszuwerden. Sie befällt hauptsächlich Wildvögel, nimmt aber auch gerne mit ihren Hühnern vorlieb. Gerade in den warmen Sommermonaten vermehrt sie sich geradezu explosionsartig. Diese werden von Mensch und Tier in den Stall eingeschleppt, dort sitzen sie zuhauf  versteckt in kleinsten Holzritzen, Strohhalmen und Spalten. Die rote Vogelmilbe verlässt erst im Dunkeln ihr Versteck und befällt die nachtblinden und wehrlosen Hühner auf der Stange um Blut zu saugen. Nach erfolgreicher Blutmahlzeit verstecken sich die Milben wieder im Stall. Der Mensch ist ein Fehlwirt, kann aber genauso gestochen werden. 

Symptome:

Einen Befall mit der roten Vogelmilbe bemerken Sie am ehesten nachts. Ein Ausflug mit der Taschenlampe in den Stall ist somit regelmäßig empfehlenswert. Manche kleben auch doppelseitiges Klebeband an die Ränder der Sitzstange, um nachts darüberlaufende Milben zu fangen und einen Befall zu identifizieren. Außerdem sind folgende Verhaltensauffälligkeiten der Hühner zu beobachten: wollen ungern abends in den Stall, sind unruhig, kratzen sich vermehrt, Federverlust, blasser Kamm- und Kehllappen. Ein massiver Befall führt zum raschen Tod der Tiere aufgrund des Blutverlusts. Glucken und Küken sind besonders gefährdet!

Behandlung:

Bei bestehendem Befall gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Milben zu bekämpfen. Vorweg: keine der Behandlungen ist einmalig wirksam, sondern eine Aufgabe von mehreren Malen über Wochen. Eine komplette Demontage von Sitzstangen, Winkeln und Brettern im Stall ist zwingend. Die Mittel werden zumeist aufgespritzt ( z.B. Intermitox, Interkokask, ARDAP) und der Stall nach Abtrocknung und Reinigung wieder zusammengeschraubt. Im Anschluss wird wieder großzügig Kieselgur verstäubt. Achten Sie auf Schutzmaßnahmen für Mensch und Tier bei der Verwendung der Mittel!

Vorbeugung:

Regelmäßige Desinfektion des Stalls mit entsprechendem Stalldesinfektionsmitteln, Ausbringen von Kieselgur, kalken des Stalls, ausbringen von Kieselgur im Sandbad der Tiere.

Hinweis:

Mehr Infos zur der roten Vogelmilbe finden Sie hier https://www.umweltbundesamt.de/rote-vogelmilbe

Nordische Vogelmilbe

Ursachen: 

Die nordische Vogelmilbe lebt, anders als die rote Vogelmilbe, direkt auf dem Tier.  Hier bevorzugt an den wärmsten Stellen, wie Nacken, unter den Flügeln oder der Kloake.

Symptome:

Blutarmut, schlechter Allgemeinzustand, Verhaltens-auffälligkeiten (durch den Juckreiz geplagt), blutig gepickte Wunden, Krusten und Borken auf der Haut

Behandlung:

Umgebungsbehandlung wie bei der roten Vogelmilbe. Bei Legehennen sind Mittel mit dem Wirkstoff Fipronil, welche direkt am Tier verabreicht werden, nicht zugelassen. Am Tier kann Petvital Verminex oder HS Protect Bird Spot-on genutzt werden.

Vorbeugung:

Hygienische Stallanlage durch regelmäßige Desinfektion, Tiere mit ätherischen Ölen als Spot-on (Verminex, Bird spot on) behandeln. Bei allem anderen den Tierarzt befragen!

Kokzidiose

Ursache:

Kokzidien sind einzellige Darmparasiten

Symptome:

bei Blinddarmkokzidiose teils blutiger Durchfall, Abmagerung, wässrig-grüner oder weißer Durchfall, sehr schlechter Allgemeinzustand, aufgeplustertes Gefieder, Teilnahmslosigkeit, sehr hohe Todesrate.

Betrifft fast ausschließlich Küken und Jungtiere. 

Behandlung:

Sofortige Behandlung mit entsprechendem Antibiotikum (Baycox). Hier zählt jede Stunde.

Vorbeugung:

Oregano-Öl 10 Prozent in das tägliche Trinkwasser (bei Jung und Alt), hygienische Stallanlage durch regelmäßige Desinfektion, Wechselausläufe, angepasste Besatzdichte, Kunstbrutküken von Alttieren getrennt aufziehen, Kotproben von Alttieren auf Oozysten untersuchen lassen, bevor Jungtiere dazu kommen.

Impfung ist bei Kunstbrutküken am ersten Lebenstag möglich. Die Tiere erhalten so eine lebenslange Immunität, müssen jedoch 6 Wochen im selben Streu leben. Alternative ist ein Futtermittel mit zugesetztem Kokzidiostatikum während der Aufzucht. Dies gilt beides nicht für Naturbrutküken!

Wir setzen auf hygienische Aufzuchtbedingungen und eigene Kükenbereiche und verzichten auf Kokzidioseimpfung sowie Medikamentenversetztes Kükenfutter. Jedoch ist dies keine allgemeingültige Empfehlung!

Kalkbeine / Räudemilben

Ursachen: 

Oftmals ältere und nie vorbeugend behandelte Tiere bekommen früher oder später mit der Grabmilbe und somit mit Fußräude zu tun. Die Milben befallen die Füße und Beine des Tieres, legen Eier unter die Schuppen und graben Gänge in den Füßen.

Symptome:

Die Bein- und Fußschuppen heben sich ab (Frühstadium), es entsteht ein kalkartiger, krustiger Belag, die Füße erscheinen verdickt und unförmig, die Tiere humpeln, lahmen (späteres Stadium), die Füße entzünden sich aufgrund der Milben und deren Kot

Behandlung:

Bei akutem Befall, die Borken an Füßen und Beinen erst mal kräftig mit Schmierseife und warmen Wasser einweichen und soweit es geht entfernen. Bitte nicht bis es blutet dran rumziehen! Im Anschluss die Beine dick mit Vaseline eincremen. Wenn nötig, Behandlung wiederholen. Im Weiteren Behandlungsverlauf die Füße und Beine mit Ballistol Öl einsprühen.

 

Vorbeugung:

Turnusmäßige prophylaktische Behandlung mit Ballistol-Öl der Beine und der Füße (bevorzugt nachts aufsprühen, im Anschluss kurz lüften). Das Öl dringt tief unter die Hautschuppen ein und lässt die Milben ersticken.

Histomoniasis

Schwarzkopfkrankheit

Ursache: 

Befall durch Histomonaden durch z.B. Regenwürmer, wird auch ansteckende Leber-Blinddarm-Entzündung genannt, Ausläufe von erkrankten Tieren bleiben über Jahre durchseucht

Symptome:

Zumeist bei Jungtieren bis 3 Monate, stolzierender Gang, Durchfall Schwefelgelb bis wässrig/blutig, Mattigkeit, Apathie, schnelles Versterben (wenige Tage), auch schwarzer Kamm/Kopfhaut

Behandlung:

Zur Lebensmittelnutzung (auch Eier) gehaltene Tiere können nicht behandelt werden.

Vorbeugung:

Regelmäßiges Entwurmen ist die wichtigste Vorbeugung, hygienische Stallanlage durch regelmäßige Desinfektion